»Vineta 98« feiert 5jähriges Bestehen
Am 13. Mai 1998 wurde die Wohnungsgenossenschaft »Vineta 98« von 19 Mitgliedern gegründet. Durch die Privatisierung kommunaler Wohnungen erhielt die Genossen- schaft die Chance, ein eigenständiges Unternehmen aufzubauen. 327 Altbau-wohnungen zwischen Trelleborger Straße, Hallandstraße und Eschengraben und 342 Neubauwohnungen rund um die Max-Lingner-Straße gingen im Dezember 1998 in das Eigentum der Genossenschaft über. Viele Bewohner und Bewohnerinnen sahen das mit Skepsis und hatten Bedenken, dies galt auch für Genossenschaftsmitglieder. Ich kann mich noch sehr gut an besorgte Anrufe und Nachfragen von ehemaligen Mieterinnen und Mietern der Gesobau-Wohnungen erinnern. In Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern im Gründungsjahr wurde aber auch deutlich, dass mit den Genossenschaftswohnungen nicht spekuliert werde sondern Schritt für Schritt mit hoher Verantwortung der Wohnungsbestand gesichert und saniert werden sollte. Dabei spielten und spielen wichtige Kriterien ein Rolle: Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. In diesem Sinne wurden Ende 1999 die Siedlungsausschüsse Altbau und Neubau gebildet und seitdem wichtige ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle alle Bewohnerinnen und Bewohner geleistet.
Schon im Frühjahr 1999 wurde ein Sanierungsausschuss gebildet, um die anstehenden Sanierungsarbeiten vorzubereiten und mit den Bewohnern zu beraten. Sicher war die Sanierung für viele Alteingesessenen problematisch aber der Verbleib in der gewohnten Umgebung hat sich gelohnt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: schön anzuschauende Wohngebäude und nach einem Wettbewerb auch ein gelungenes grünes Umfeld! Dass »man« gern hier wohnt und die Ängste vor dem Wohnen in einer Genossenschaft überwunden sind, war bei dem Fest am 17.05. immer wieder von vielen der mittlerweile 500 Genossenschafter und auch von den Nur-Mietern zu hören. Auch die Kontakte zum Upsala-Club, zu KLAX und zur Kiezbibliothek und anderen haben sich gut entwickelt.
Der Vorstand der Genossenschaft arbeitet weiter an der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens. Die Erweiterung des Wohnungsbestandes ist in fernerer Zukunft denkbar aber nicht beschlossen. Dazu müssen die so genannten Rahmenbedingungen stimmen. Und gerade die Stärkung des Genossenschaftsgedankens ist zurzeit in Umsetzung der Koalitionsvereinbarung ein Schwerpunktthema der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Wir werden also die Erfahrungen der »Vineta 98« nutzen und sie zu Gesprächen einladen.
»Vineta 98« ist ein sehr positives Beispiel für genossenschaftliches Wohnen und ich kann nur ganz herzlich zu der erfolgreichen Entwicklung in nur 5 Jahren gratulieren.
2. November 2003