März 2003

Im Jugendhilfeausschuß

 
Kindermund

Zu meinen Aufgaben als Bezirksverordneter gehört es auch, daß ich im regen Kontakt mit BürgerInnen des Bezirkes stehe. In meiner Funktion als jugendpolitischer Sprecher der Fraktion habe ich mich selber dazu verpflichtet in regelmäßigen Abständen Kinder- und Jugendeinrichtungen zu besuchen und mit Mitarbeitern vor Ort, aber insbesondere mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Am vergangenen Montag besichtigte ich den Picasso Schülerclub von Fipp e.V., der sich an der Picasso Grundschule in Weißensee befindet. Hier nutzen täglich 20 Schüler der 5. und 6. Klasse das Angebot.

Für große Aufregung muß mein Erscheinen wohl schon gesorgt haben, denn als ich am Nachmittag den Raum betrat schauten mich entsetzte Augen an. »Wir haben uns Dich ganz anders vorgestellt!«, so die Leiterin des Clubs. Ein Junge fragte mich gleich, warum ich denn nicht Anzug und Krawatte trage, wie allen anderen Politiker. Als ich ihm erklärte, daß dies nicht meine Art ist, schien er sichtlich erleichtert und zugleich überrascht, daß ich einfach nur in Jeans rumlaufe.

Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, konnten die Kinder mir wahrlich Löcher in den Bauch fragen, was sie auch reichlich nutzten. So gab es die verschiedensten Fragen: Wie das so ist als Politiker? Was ich den ganzen Tag so mache? Aber auch, ob ich mich dafür einsetzen könnte, daß der Schülerclub mehr Räume und auch weiterhin Geld bekommt?

Geduldig beantwortete ich alle Fragen und kurz vor Schluß stellte mir dann noch ein Mädchen aus der 5. Klasse eine Frage. »Welcher Partei ich denn überhaupt angehöre?«, wollte sie wissen. Ich antwortete, daß ich Mitglied der PDS sei und wollte gerade noch ein paar kindergerechte Informationen nachschieben, als sie mir ins Wort fiel. »Das sind doch die, die gegen den Krieg sind! Stimmt's?«, sagte das Mädchen ganz selbstsicher. Da war ich nun wiederum sehr überrascht. Zugegeben mit diesem Zwischenruf hatte ich nicht gerechnet.

So ging ein interessanter Gesprächsnachmittag zu Ende und ich bin gespannt welche Überraschung mein nächster Projektbesuch bereithält.

Sascha Kummer
Jugendpolitischer Sprecher der Fraktion